Alltagsphänomene Gestalt-Analogien

Psychologische Analysen
Muster in Alltagsbereichen

Wechselwirkungen Kultur und Alltag

Dynamik von kulturellen und
gesellschaftlichen Trends

 Strategische Drehpunkte

Psychologie der Wirkungsbilder
Implikationen für Märkte und Strategien

Symbolik und Emotionalität bauner Papier-Verpackungen

Mit Klimakrise und neuen Umwelt-Verordnungen hat Papier, insbesondere das braune, recycelt wirkende Papier Konjunktur.
Form und Inhalt zugleich für nachhaltiges Handeln, neue Verpackungskonzepte und Produkte. Seine materiale Emotionalität ist zudem über kulturelle Bildthemen mit Schattenseiten naturnahen Lebens geladen.

Braune ‘recycelte ’Papier-Verpackung als Plastik-Alternative

Mit der angelaufenen Abkehr von Plastik als Verpackung hat sich vor allem braunes Papier in alten und neuen Formen im Handel in breit durchgesetzt.

Das erfordert zum einen wenig Gewöhnung und Umstellung. Papier ist ein traditionelles und lange eher unscheinbares und beiläufig existierendes und damit selbstverständliches Verpackungsmaterial.

Für Obst und Gemüse; als Packpapier für den Versand und als Tragetasche

Aus der Mülltrennung zuhause

Zum anderen ist es zum Außenauftritt vieler Neuprodukte avanciert so in den Bio-Läden oder den Bioabteilungen vom Discounter bis zum Drogeriemarkt, die darüber auch ihren „Öko“/“Bio“-Inhalt promoten.

Das Kommunikationsdesign wirbt mit dem Außen auch für das Innen und für Glaubwürdigkeit und Vertrauen in Produkt und Social Responsibility“ des Herstellers.

Plastik-Verpackung ist aktuell fast gleichbedeutend mit ‚Umwelt-Vermüllung’Verzicht auf sie signalisiert  die Bereitschaft, zu handeln und neue Wege zu gehen.

Damit erhält die n‚aturfarbene’ Papier-Verpackung bereits als Material den Status eines ‚Gegenspielers’ zu Plastik-Verpackung. Es ist quasi ‚unbelastet’ und steht für Aufbruch in den achtsamen Umgang mit hochwertigeren Naturstoffen.

Verpackungen versinnlichen Nachhaltigkeit in Herstellung und Material

Im Bild ihres Herstellungsprozesses

Ihr  Recycling-Aussehen ist ein Ausweis für den umweltschonenden, weniger industriell aufwendigen Herstellungsprozess, für den  Verzicht auf industriellen Finish wie Bleichen und Färben. Sie erhalten damit das innere ‘Gütesiegel’ insgesamt ressourcenschonend zu sein.

Im Bild ihrer Materialqualitäten

Besonders die in ihrer  halb noch ‘rohen’ Materialqualität erlebte naturnahe Beschaffenheit vermittelt den EIndruck von Nachhaltigkeit und unterstützt emotional eine materialnahe Bindung an Natur.

Haptisch etwas rau, braune „naturnahe“ „Recycling-Farbe“ – Unbearbeitet, ungefärbt, „ungeschönt“

Im Auftritt schlicht und funktional, „schmucklos“, ohne „Extras“ und gerade dadurch „schön“.

Persönliche Haltung zu Umwelt als psychischer Mehrwert

Es steht für die Abkehr von der „Wegwerfkultur“ und der bisherigen industriell-geprägten Ausbeutung von Ressourcen und hin zu einem schonenden, „achtsamen“ Umgang mit Natur.

Es zeigt, dass man „verstanden“ hat und bereit ist etwas zu tun. „Achtsam“ leben:   Ressourcen schonen, einsparen, wiederverwenden und –verwerten.

Es steht, wofür man selber steht oder stehen möchte.

Für Schonung (eigener) Lebensressourcen.

Es steht für den Einsatz, es besser zu machen – wie z.B. für Verzicht und Sparsamkeit.

In Verpackungen vermitteln sich Sinnzusammenhänge über sinnlich erlebbare Material-Qualitäten. Das macht sie zu einem der zentralen Wirkfelder für Nachhaltigkeit.

Kreislauf ist eine der zentralen Öko-Vorstellungen

Farbe und Haptik wirken als näher am Herstellungsprozess, dieser wiederum näher an einen der Natur analogen Kreislauf  – eine beliebte Öko-Vorstellung: einen Kreislauf wie die Natur zu schaffen.

Im Ideal einen geschlossenen Kreislauf von Nehmen und Zurück-Geben.

Zero Waste – als Vorstellung einer im Ressourcenverbrauch schadens- und schuldenfreien Lebensbilanz, die das eigene und das Wohlergehen der Erde erhält.

In Verpackungen vermitteln sich Sinnzusammenhänge über sinnlich erlebbare Material-Qualitäten. Das macht sie zu einem der zentralen Wirkfelder für Nachhaltigkeit.

Bildkulturen als Intensivierungerdnaher, existenzieller Mittellosigkeit

Die Wirkungskraft des Materials im aktuellen Kontext von Nachhaltigkeit kommt nicht von ungefähr.

Vorläufer finden sich in den Bildmotiven ‚erdnaher’ Daseinsformen. Diese sind allerdings viel stärker selber dem Rauen der Existenz ausgesetzt – so wie heute die Natur, aber in unserem Kulturkontext nicht ihre Verwender. In zwei Formen: Freiwillig oder aus Not.

Sie zeigen die Lebenspraxis in Gestalt der schlichten ,armen und „mittellosen“ Existenz, des direkten Kreislaufs „von der Hand in den Mund“, der Fron und Plagerei.

Beispiele aus der Kunst für beide Richtungen:

Bilder von Bauern und ihrer Lebensweise

Bilder von Mönchen mit Abkehr weltlichen Wohlgestelltseins

Psychologische Tiefenperspektive

Die Anlehnung der Bildemotionalität an dieses „raue“ Dasein wirkt heute bei den Konsumenten weiter als ein Vor-Bild für ein (‚bußfertiges’) In-sich-gehen, sich zurücknehmen, kürzer-treten – weg vom ‚üppigen’ Konsum-Lebensstil. Eine Art ‚Downsizing’ für eine Werte-‘Katharsis’.

Diese Empathie für die Nachhaltigkeitsbildwelt macht auch den kulturellen Abwehrschutz gegen existenzielle Ängste durchlässiger.

Sie bestärkt ein Image, verantwortungsvoll und ressourcenbewusst zu sein und bindet zugleich schwelende ängstliche Befindlichkeiten um Bilder auf uns zurollender Klima-Dystopien und AI-Zukunft und gibt ihnen darüber auch ein Ausdrucks- und Betätigungsfeld.

Was vormals Existenznot und Verhalten war, wird in den naturnahen Papier-Verpackungen als eine Eigenschaft von Alltagsprodukten material-symbolisch ‘aufgehoben’ und darüber in zeitgemäße Verhaltensstile umgesetzt.

Hebelkraft durch Wirkung als Inhalt und Form

Braune ‚Recycling’ Papier-Verpackung funktioniert als Form und Inhalt zugleich: selber nachhaltig produziert, steht sie für nachhaltiges Handeln. Sie ist Katalysator für neue Verpackungskonzepte und Produkte und sie verbindet Social Responsibility mit Marktbelebung.

Diese Bildanalyse verdeutlicht für unternehmerische Strategien und Maßnahmen, wie wirksam die Hebelkraft ‘kleiner’ materialer Zeichen wie neue Verpackungen – inkl. Designelemente und Kommunikation – sein können.